Keyboard lernen – FAQ

Die häufigsten Fragen

Wenn man mit dem Keyboard spielen beginnen möchte,  gibt es gerade am Anfang viele offene Fragen. Auf dieser Seite versuche ich einige Fragen zu beantworten, die ich seit vielen Jahren immer wieder gestellt bekomme. Da Keyboard lernen mit dem Klavier lernen einige Gemeinsamkeiten hat, treffen manche Informationen auch auf angehende Klavierspieler zu.


In welchem Alter beginnt man am besten?

Das hängt hauptsäch von der Unterrichtsmethode des Lehrers ab. Es gibt eine Methode, bei der die Kinder bereits im Vorschulalter mit dem Instrumentalunterricht beginnen. Ich persönlich bevorzuge ein Alter zwischen 6 und 7 Jahren. Die Kinder können sich in diesem Alter bereits 30 Min. konzentrieren und sie beginnen mit dem Lesen oder sie können es bereits. Das sind die beiden Kriterien, die ich für meinen Unterricht benötige.

Brauche ich unbedingt einen Instrumentallehrer?

Das kommt ganz drauf an. Wenn Sie völlig am Anfang stehen, absolut keine Kenntnisse haben was Sie da machen, würde ich auf jeden Fall zu einem Lehrer raten. Wer fortgeschritten ist, kann an bestimmten Stellen auch Angebote ohne Lehrer probieren.

Muß ich zwingend Noten lernen um Keyboard oder Klavier spielen zu lernen?

Unbedingt müssen Sie das nicht. Aber ich würde Ihnen das absolut empfehlen aus folgenden Gründen:

1. Noten lernen ist viel einfacher als Sie annehmen.

2. Sie brauchen das im täglichen Spiel, deshalb ist es auch keine graue Theorie (wie in der Schule) sondern angewandte Praxis. Noten zu können bietet enorm viele Vorteile und ist für einen guten Unterricht unentbehrlich aus meiner Sicht.

3. Es gehört zu einer guten Ausbildung dazu – wer umfassend spielen können will, sollte Noten unbedingt können.

4.  Nach Noten spielen zu können bedeutet nicht zwangsläufig nach Noten spielen zu müssen ;). In der Spielpraxis kann der ausgebildete Keyboarder / Pianist frei entscheiden wo Noten nötig sind oder wo freies Spiel genügt.

Wie erkenne ich einen Keyboardlehrer, der zu mir paßt?

Das ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Ich bin der Meinung, zwischen Lehrer und Schüler muß erst einmal die „Chemie stimmen“. Schließlich muß der Schüler das umsetzen, was der Lehrer ihm sagt/zeigt/erklärt.

Wenn Sie sich also mit Ihrem Lehrer verstehen, ist das 2. Kriterium, ob der Unterricht Ihnen Spaß macht oder ob Sie sich nicht ganz so wohl fühlen im Keyboardunterricht.

Und schlußendlich schauen Sie nach ca. 6 Monaten, was Sie alles gelernt haben. Was das konkret ist, hängt in der Hauptsache vom Unterrichtsziel ab.

Richtig Keyboard spielen lernen - nach Noten!

Wie wichtig sind Noten tatsächlich und was ist bitte „richtig Keyboard spielen“?

Die Frage mit den Noten und dem „richtig Keyboard spielen“ höre ich immer mal wieder. Prinzipiell gilt: auch ohne Noten kann man „richtig Keyboard spielen“. Und man kann es auch ohne Noten lernen. Aber der Weg zum fortgeschrittenen Spieler ist auf diese Weise sehr steinig und schwer. Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag. Abschließend gilt: Noten sind ein wichtiges Werkzeug aber eben nicht alles. Am besten ist, wenn man in beiden Welten zu Hause ist – in der Welt mit Noten und in der Welt ohne Noten ;).

Wir sind alle unmusikalisch in unserer Familie, kann mein Kind trotzdem Keyboard lernen?

Diese Sorge haben viele Eltern. Sie bezeichnen sich selbst oft als unmusikalisch und bedauern sehr, ihrem Kind nicht helfen zu können beim Keyboard spielen lernen.

Der Einwand der „unmusikalischen Familie“ und des nicht helfen könnens ist in der Regel vollkommen bedeutungslos, aus zweierlei Gründen:

  1.  Viele Menschen die sich für unmusikalisch halten, sind gar nicht unmusikalisch. Meiner Anscht nach sind die aller wenigsten Menschen wirklich unmusikalisch. Sie sind nur nicht musikalisch ausgebildet – das ist was anderes ;).
  2.  Für die fachlich korrekte Ausbildung ist einzig und allein der Keyboardlehrer zuständig – nicht die Eltern. Natürlich sollen Eltern ihre Kinder unterstützen und auch mal zum üben anhalten, aber in einem guten Keyboardunterricht bekommen die Schüler alles was sie brauchen um vollkommen selbstständig zu arbeiten, ohne Hilfe der Eltern.
Worin besteht der Unterschied zwischen Keyboard, E-Piano und Klavier

Keyboard, E-Piano und Klavier sind Tasteninstrumente.

Das Klavier:

  • Tonerzeugung ist akustisch bzw. mechanisch – kein Strom nötig
  • Tastatur ist gewichtet, in der Regel 88 Tasten – man braucht Kraft in den Fingern
  • jeder Ton muß selbst gespielt werden
  • musikalische Details lassen sich durch Anschlagstechnik / Tonformung sehr gut abbilden
  • großes und schweres Instrument, nicht für jede Wohnung geeignet
  • transportunfreundlich
  • relativ teuer in der Neuanschaffung

Das E-Piano: Das E-Piano ist ein elekroisches Surrogat des Klaviers. Zu deutsch – ein elektrischer Abklatsch 😉

  • Tonerzeugung ist elektronisch – Instrument braucht Strom und Lautsprecher
  • üben ohne Umweltbelastung – über Kopfhörer möglich
  • Tastatur ist gewichtet, in der Regel 88 Tasten – genau wie beim Klavier
  • meist geringe Klangauswahl
  • jeder Ton muß selbst gespielt werden
  • musikalische Details lassen sich durch Anschlagstechnik / Tonformung gut abbilden aber nicht so detailliert wie beim akustischen Original
  • Platzbedarf, Anschaffungskosten und Gewicht sind geringer als beim Klavier, aber teurer als beim Keyboard

Das Keyboard:

  • Tonerzeugung ist elektronisch – Instrument braucht Strom und Lautsprecher
  • üben ohne Umweltbelastung – über Kopfhörer möglich
  • es lassen sich, je nach Ausstattung, unterschiedlichste Klangfarben von natürlichen und synthetischen Instrumenten nachahmen/erzeugen
  • große Klangauswahl schon bei den Einsteiger-Keyboards
  • ganz keyboardtypisch ist die Begleitautomatik – gibt es so nur bei Homekeyboards
  • meist große Auswahl an Rhythmen und dazugehörigen Begleitungen
  • Tastatur ist in der Regel aus Plastik (meist 61 Tasten), nicht gewichtet und die Mensur ist etwas enger als beim E-Piano oder Klavier
  • wenig Gewicht, geringer Platzbedarf – gut für jede Art von Wohnung geeignet
  • im Einsteigerbereich geringe Kosten in der Anschaffung

Abschließend möchte ich noch hinzufügen, daß das Klangerlebnis eines echten Flügels natürlich ein völlig anderes ist, als das eines E-Pianos oder Keyboards. Der Grund dafür liegt in der Tonerzeugung bzw Klangabstrahlung, die sich bei akustischen und elektronischen Instrumenten deutlich unterscheidet.

Sollte ich lieber Klavier / E-Piano oder doch besser Keyboard lernen?

Das ist ist eine eher grundsätzliche Frage.

Das Keyboard bietet sehr günstige Einstiegsbedingungen und durch die Begleitautomatik sehr schnelle und gute, abwechselungsreiche Klangergebnisse – mit relativ kleinem Aufwand. Außerdem hat schon das kleinste Keyboard viel Auswahl an Klängen für die Hauptstimme (rechte Hand).

Das Klavier hingegen hat seinen ganz eigenen Charm, sein eigenes Spielgefühl und seinen eigenen Klang. Es ist groß und schwer, braucht viel Platz, kann sich verstimmen. Die handwerklichen Ansprüche sind beim Klavier höher, entsprechend braucht es deutlich länger um wirklich voll klingende Musik machen zu können. Gegen das Thema Platz und Größe sowie die Möglichkeit der Verstimmung hilft der Einsatz eines E-Piano´s gut.

Vielleicht sollte man sich auch fragen – will ich lieber mit Begleitband spielen oder doch eher ganz ohne? Wenn Sie sich am Klang und an den Begleitmöglichkeiten erfreuen können, dann ist Keyboard sicher eine gute Wahl. Wie Sie sicher bereits wissen, können Sie auch auf einem Keyboard mit Klaviertechnik spielen – also alles selbst spielen. Das Klavier steckt somit in gewisser Weise im Keyboard drinnen 😉

Mein Kind geht noch nicht zur Schule, kann es trotzdem schon Keyboard lernen?

Im Grunde ja, aber das hängt davon ab, ob es bereits lesen kann und falls nicht, ob sie dann den passenden Lehrer finden.

Nicht alle Keyboardlehrer unterrichten Kinder, die noch nicht lesen können. Allerdings gibt es auch da einige Ausnahmen. Es gibt z.B. die Möglichkeit in so einem Fall mit Farben zu arbeiten.

Und falls Ihr Kind lesen kann – dann ist alles ok.

Ich würde Ihnen einfach empfehlen, fragen Sie bei den Kollegen vor Ort nach. Da läßt sich bestimmt was machen ;).

Kann ich später vom Keyboard auf das Klavier umsteigen?

Das kommt ganz drauf an. Wenn in der Keyboardausbildung die linke Hand in Klaviertechnik ausgebildet wurde, dann ist der Umstieg zumindest spieltechnisch unproblematisch. Falls die linke Hand nur die Steuerung der Automatik gelernt hat, muß die Klaviertechnik für diese Hand neu erlernt werden, was aufwendig ist und lange dauern kann.

Auf jeden Fall braucht man für einen Umstieg vom Keyboard auf das Piano Zeit, weil die Klaviertastatur sich ganz anders spielt, durch die mechanische Tonerzeugung.

Ich möchte, möglichst schnell, nur ein bestimmtes Lied lernen - mit Hilfe von Youtube.

Es gibt, bedingt durch das WWW, die Möglichkeit, einzelne Lieder sich von teilweise sehr guten Lehrern zeigen zu lassen, um diese dann nachzuspielen. Taugt das was? Ja, das taugt was. Prinzipiell ist das eine gute Methode um das gewünschte Lied mit Videounterstützung zu lernen. Aber: es gibt da auch einige Punkte, die man dabei beachten sollte.

1. Der Lehrer sollte das gut zeigen (fachlich richtig, mit guter Methode).

2. Manchmal fehlt es dem Schüler an handwerklichem „Unterbau“. Soll heißen, daß man sich schnell überfordert, da die Vorbedingungen um bestimmte Stücke spielen zu können, nicht da sind. Das muß man dann durch besonderen Enthusiasmus und viel Fleiß ausgleichen.

3. Wenn das Stück dann läuft, kann der Spieler nur dieses Stück spielen – nicht mehr. Es ist somit kein Ersatz für einen guten Unterricht.

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Wie wichtig ist eigentlich Talent?

Talent oder Begabung ist eine viel umstrittene Eigenschaft, wenn es darum geht, ein Instrument zu lernen.

Meine persönliche Ansicht dazu ist folgende:

Um ein Instrument zu lernen sind 3 Komponenten wichtig (die der Schüler mitbringen sollte).

  • Begeisterung / Freude / Motivation – …. dieses Lied will ich spielen oder diese Technik will ich unbedingt lernen
  • Fleiß – am besten gepaart mit einer guten Übemethode
  • Talent bzw. Begabung

Interesssanter Weise ist Talent die unwichtigste Eigenschaft von diesen dreien. Fleiß und Begeisterung können fehlendes Talent teilweise zu 100% ausgleichen. Man könnte auch sagen – wer fleißig ist und motiviert aber talentfrei, der kann ein Instrument lernen. Wer sehr talentiert ist aber nicht fleißig und auch keinen Spaß am spielen hat, der wird das Instrument nicht lernen. Sicher, Ausdauer gehört auch noch dazu. Aber Talent ist nur das „Sahnehäupchen auf der Torte“ um das mal bildlich zu machen. Talent wirkt als Turbo, wenn jemand fleißig und motiviert ist.

Kann ich auch noch im Rentenalter mit dem Keyboardspiel beginnen?

Aber ja, das ist gar kein Problem. Wir Menschen können auch im Alter noch neue Dinge lernen. Darunter fällt auch das Keyboardspiel. Man sollte sich aber unbedingt einen festen Übeplan einrichten und die Erwartung etwas herab setzen. Kinder lernen schneller als ältere Menschen. Aber es spricht nichts dagegen, auch nach Rentenbeginn noch mit dem Keyboardspiel zu beginnen – solange man Spaß daran hat ……;-) .

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